Zitate

Fotoausschnitt Buber mit Notizbuch

Hier haben wir wichtige und spannende Texte Bubers versammelt und geben einen kleinen Einblick in die verschiedenen Bereiche seiner Arbeit. Bisher finden Sie hier Worte aus Die Schrift, Die Erzählungen der Chassidim, weitere Textauszüge aus dem Gesamtwerk und einige Stimmen aus Briefwechseln. Die Sammlung wird noch ein wenig erweitert, allerdings kann dies nur einen kleinen Einblick in das Werk Bubers gewähren und wir bitten um Verständnis, wenn der eine oder andere bekannte oder besonders schöne Text vielleicht nicht oder auch noch nicht enthalten ist.

Gott

Ja, es ist das beladenste aller Menschenworte. Keins ist so besudelt, so zerfetzt worden. Gerade deshalb darf ich darauf nicht verzichten. Die Geschlechter der Menschen haben die Last ihres geängstigten Lebens auf dieses Wort gewälzt und es zu Boden gedrückt; es liegt im Staub und trägt ihrer aller Last ... Wo fände ich ein Wort, das ihm gliche, um das Höchste zu bezeichnen! Nähme ich den reinsten,

Der Tanz der Chassidim

Am Fest der Freude an der Lehre vergnügten sich die Jünger im Haus des Baalschem; sie tanzten und tranken und ließen immer neuen Wein aus dem Keller holen. Nach etlichen Stunden kam die Frau des Baalschem in seine Kammer und sagte: »Wenn sie nicht aufhören zu trinken, wird bald für die Sabbatweihe kein Wein mehr übrig sein.« Er antwortete lachend: »Recht redest du. Geh also zu ihnen und heiße

Ohne Gott

Rabbi Abraham sprach: »Herr der Welt, wäre ein Nu vorstellbar ohne deinen Einfluß und deine Vorsehung, was taugte uns da noch diese Welt, und was taugte uns da noch jene Welt, was taugte uns da noch das Kommen des Messias, und was taugte uns da noch die Auferstehung der Toten, was wäre da noch an alledem zu genießen, und wozu wäre es da!«

Dort und Da

Rabbi Uri lehrte: »Es heißt im Psalm: ›Wenn ich zum Himmel stiege, du bist dort, und bette ich mir die Unterwelt, da bist du.‹ Wenn ich mich groß dünke und meine, an den Himmel zu rühren, erfahre ich, daß Gott das ferne Dort ist und ferner, je höher ich mich hebe. Bette ich mich aber in der Tiefe und erniedrige meine Seele zur untersten Welt, ist er da, bei mir.«

Der Weg des Schweigens

Der Weg des Schweigens Einst kamen Rabbi Mendel, der Sohn des Zaddiks von Worki, und Rabbi Eleasar, der Enkel des Maggids von Kosnitz, zum erstenmal zusammen. Sie gingen ohne Gefährten in eine Stube, setzten sich einander gegenüber und schwiegen eine Stunde lang. Dann ließen sie die andern ein. »Nun sind wir fertig«, sagte Rabbi Mendel. * Als er in Kozk war, fragte ihn der Kozker Rabbi:

Schöpfung

Wäre es möglich, daß einer von seiner Person solcherweise ein psychphysisches Inventar aufnähme, daß er sie in eine Summe von Eigenschaften auflöste, wäre es weiter möglich, daß er jede dieser Eigenschaften und all ihr Zusammentreten enstehungsgeschichtlich zurückverfolgte bis auf die primitivsten Lebewesen, - gelänge so eine lückenlose genetische Analyse dieses Individuums, seine Ableitung

Die Strafrede

Als Rabbi Nachum von Tschernobil in seiner Jugend einmal beim Baalschem war – es war der Sabbat, an dem man die große Fluchrede aus der Schrift liest, und den man daher, um das schlimme Wort zu umschreiben, den Sabbat der Segnungen nennt –, wurde er im Bethaus zur Thora gerufen, und zwar sollte er eben der Vorlesung der Fluchrede assistieren. Es verdroß ihn, daß ihm gerade dieser Abschnitt zugefallen

Die Kuh

Es wird erzählt: »Zu jener Zeit, als der heilige Maggid von Zloczow noch in der Verborgenheit lebte, war er so arm, daß seine Frau keine Schuhe hatte und in selbstgemachten Pantoffeln ging. Er pflegte damals oft von Sabbat zu Sabbat zu fasten und kam dann unter der Woche nicht aus dem Lehrhaus heim. Die Frau verkaufte allmorgendlich die Milch der einen Kuh, die sie besaßen, und ernährte vom Erlös

Mensch und Mensch begegnen

Auf einer Fahrt erfuhr Rabbi Jehuda Zwi von Stretyn, daß Rabbi Schimon von Jaroslaw in der entgegengesetzten Richtung desselben Weges fahre. Er stieg aus dem Wagen und ging ihm entgegen. Aber auch Rabbi Schimon hatte von seinem Nahen gehört, war ausgestiegen und kam ihm 20 entgegen. Sie begrüßten einander brüderlich. Dann sprach Rabbi Jehuda Zwi: »Jetzt ist mir der Sinn des Spruchs aufgegangen:

Glaube nicht

Der Lubliner sagte: Wenn dir alle Großen Israels sagen, daß du ein Gerechter seist, so glaube es nicht. Selbst wenn dir der Prophet Elija oder ein Engel des Himmels erscheint und sagt, du seiest ein Gerechter, glaube es nicht. Und selbst wenn der Unendliche dir sagt, daß du ein Gerechter seiest, so glaube es allein für den gegebenen Augenblick, schon aber nicht für den nächsten.