Zitate

Fotoausschnitt Buber mit Notizbuch

Hier haben wir wichtige und spannende Texte Bubers versammelt und geben einen kleinen Einblick in die verschiedenen Bereiche seiner Arbeit. Bisher finden Sie hier Worte aus Die Schrift, Die Erzählungen der Chassidim, weitere Textauszüge aus dem Gesamtwerk und einige Stimmen aus Briefwechseln. Die Sammlung wird noch ein wenig erweitert, allerdings kann dies nur einen kleinen Einblick in das Werk Bubers gewähren und wir bitten um Verständnis, wenn der eine oder andere bekannte oder besonders schöne Text vielleicht nicht oder auch noch nicht enthalten ist.

Wahrheit

Was bedeutet das, was die Leute sagen: "Die Wahrheit geht über die ganze Welt" Es bedeutet, daß sie von Ort zu Ort verstoßen wird und weiterwandern muß. (Rabbi Baruch)

Das Pochen am Fenster

Einmal in jungen Jahren hatte der Baalschem an einem Freitag noch nichts in seinem Haus, den Sabbat zu rüsten, keinen Brocken und keinen Heller. Da pochte er am frühen Morgen leis ans Fenster eines wohlhabenden Mannes, sprach: »Es gibt einen, der hat nichts für den Sabbat«, und ging sogleich seines Wegs. Der Mann, der den Baalschem nicht kannte, lief ihm nach und fragte: »Wenn Ihr einer Hilfe

Der Rabbi und der Engel

Rabbi Schmelke, der Raw von Nikolsburg, und sein Bruder Rabbi Pinchas, der Raw von Frankfurt am Main, wurden schwer enttäuscht, als sie an einem Freitag das erste Mal in das Haus des großen Maggids kamen. Sie hatten eine lange und wohlgeschmückte Begrüßung erwartet; er entließ sie nach kurzem Gruß, den Vorkehrungen zum Empfang eines höheren Gastes, des Sabbats, hingegeben. Sie hatten erwartet,

Die Bestechung

In seiner Jugend war Rabbi Abraham Jehoschua »Vater des Gerichtshofs« zu Kolbischow, und fünf Städte gehörten zu seinem Bezirk. Einst hatte er eine Rechtssache zusammen mit zwei bestochenen Beisitzern zu entscheiden. Da er sich ihren Vorschlägen beharrlich widersetzte, rieten sie endlich ihrem Auftraggeber, er möge dem Rabbi, dessen Unbestechlichkeit alle drei wohl kannten, einen ansehnlichen

Das ewige Wunder

Die Worte, die von dem Gedenken und Feiern des Wunders von Chanukka gesprochen werden, »Und man hat es festgesetzt, deinem großen Namen zu danken und zu lobpreisen«, legte Rabbi Mendel so aus: »Man hat alle so sehr mit der Kraft des Wunders durchdrungen, damit sie auf das Wunder achten, das immerzu geschieht.«

Nähe

Ein Schüler fragte den Baalschem: "Wie geht das zu, daß einer, der an Gott hangt und sich ihm nah weiß, zuweilen eine Unterbrechung und Entfernung erfährt?" Der Baalschem erklärte: "Wenn ein Vater seinen kleinen Sohn will gehen lernen, stellt er ihn erst vor sich hin und hält die eignen Hände zu beiden Seiten ihm nah, daß er nicht falle, und so geht der Knabe zwischen den Vaterhänden auf

Die Gestalt

Die Chassidim erzählen: »Rabbi Dow Bär von Mesritsch bat einst, man möchte ihm vom Himmel einen Menschen zeigen, an dem alle Glieder und Fasern heilig sind. Da zeigte man ihm die Gestalt des Baalschemtow aus lauter Feuer. Es war kein Stoff mehr daran, sie war nichts mehr als Flamme.«

Aus der Himmelsschau

In einer Zeit großer Nöte für Israel versenkte sich Rabbi Elimelech immer tiefer in seinen Gram. Da erschien ihm sein toter Lehrer, der große Maggid von Mesritsch. Rabbi Elimelech rief ihn an: »Warum schweigt Ihr zu solchen Nöten?« Er antwortete: »Im Himmel sehen wir: alles, was euch ein Übel dünkt, ist ein Werk der Gnade.«

Ein großes Volk

Man fragte den Apter Rabbi: »Der Midrasch weist darauf hin, daß Gott zweimal zu Abraham ›Geh dir‹ sagt, einmal als er ihn aus seinem Vaterhause gehen und einmal als er ihn seinen Sohn opfern heißt. Das erklärt der Midrasch damit, auch das erste Geheiß sei, wie das zweite, eine Versuchung gewesen. Wie ist das zu verstehn?« »Als Gott«, antwortete er, »Abraham aus seinem Vaterhause gehen

Gebot und Geld

Rabbi Jizchak lobte einst einen Wirt, der auf Befriedigung aller Wünsche seiner Gäste bedacht war. »Wie sehr ist dieser Mann bemüht«, sagte er, »das Gebot der Gastfreundlichkeit zu erfüllen!« »Aber er läßt sich doch dafür bezahlen«, wandte man ein. »Geld nimmt er«, antwortete der Zaddik, »damit es ihm möglich werde, das Gebot zu erfüllen.«